Die Thule-Gesellschaft: Vom okkulten Mummenschanz zum Hakenkreuz

Wann
Mittwoch - 16.03.2016
19:00 - 21:00

Wo
NS-Dokumentationszentrum
Max-Mannheimer-Platz 1
80333 München

Details

München 1918/19: Im Luxushotel „Vier Jahreszeiten“ hat die antisemitische „Thule-Gesellschaft“ Räume gemietet. Hier bringt sie auch die Redaktion ihrer Zeitung „Münchener Beobachter“ unter, die später unter dem Titel „Völkischer Beobachter“ an die NSDAP verkauft wird. Nach dem Sturz der Monarchie in Bayern wird die Gesellschaft zum Zentrum der Gegenrevolution. Im Kampf gegen die Republik und später gegen die Münchner Räterepublik wirkt sie auf völkisch-nationale Kreise wie ein Magnet auf Eisenspäne. So gründet die Thule-Gesellschaft das „Freikorps Oberland“. Als in München sieben Thule-Aktivisten von Rotgardisten erschossen werden, wird in ganz Deutschland die Nachricht vom „Geiselmord an unschuldigen Bürgern“ verbreitet. Nach Zerschlagung der Münchner Räterepublik Anfang Mai 1919 werden die Weichen neu gestellt. Bayern entwickelt sich zur Ordnungszelle der nationalen Rechten und zum Aufmarschgebiet der Nationalsozialisten. Aus dem liberalen München der Vorkriegszeit wird die „Hauptstadt der Bewegung“.

Hermann Gilbhard stellt in seinem Vortrag dar, welch wichtige Vordenkerrolle die Thule-Gesellschaft für die NSDAP spielte. Dabei räumt er mit den Legenden aus der esoterischen Szene auf, wonach der Okkultismus das politische Wirken der Thule maßgeblich beeinflusst habe. Und er leistet auch einen wichtigen Beitrag in der aktuellen Diskussion zum Thema Rechtsextremismus, da die Ideologie der Thule mit dem „Dritten Reich“ nicht untergegangen ist.

Hermann Gilbhard, Absolvent der Hochschule für Politik München, ist seit vielen Jahren als Journalist für den Bayerischen Rundfunk tätig.

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