Die Ausgegrenzten, Teil 3: Vom Außenseiter zum Staatsfeind – Homosexualität im Nationalsozialismus in München

Wann
Mittwoch - 07.10.2015
19:00 Uhr

Wo
NS-Dokumentationszentrum
Max-Mannheimer-Platz 1
80333 München

Details

Vortrag von Albert Knoll

Bereits vor 1933 wurden homosexuelle Männer auf Grundlage des § 175 verfolgt und gerade Bayern erwies sich in den 1920er Jahren als besonders restriktiv. Die Nationalsozialisten brachten mit ihren Verboten ab 1933 die homosexuelle Infrastruktur (Vereine, Zeitschriften, Treffpunkte, aber auch die Forschung) weitgehend zum Erliegen. Sie erhöhten den Verfolgungsdruck erheblich, führten Großrazzien durch und verschärften die gesetzliche Grundlage im Jahr 1935.

Mehr als 50.000 Männer wurden im Deutschen Reich nach § 175 angeklagt und in Gefängnisse und Zuchthäuser gebracht, viele kamen in die Konzentrationslager, wo Tausende starben. Schließlich wurden Homosexuelle zu Staatsfeinden erklärt, da sie nicht zur gewünschten Bevölkerungsvermehrung beitrugen. Die Einmischung des Staates in das Privat leben seiner Bürger fand nach 1945 seine Fortsetzung, denn der § 175 bestand in der verschärften Form bis 1969 weiter. Eine Entschädigung haben die allermeisten der Verfolgten nie erhalten.

 

Albert Knoll studierte Geschichte und Germanistik in München. Er ist Archivar an der KZ-Gedenkstätte Dachau und Vorsitzender des Vereins „Forum Homo sexualität München e.V. – Schwule und Lesben in Geschichte und Kultur“. Knoll forscht seit über 20 Jahren zur Geschichte der Homosexuellen und hat das Thema Homosexuellenverfolgung in zahlreichen Vorträgen, Stadtführungen und Publikationen behandelt.

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Veranstalter: NS-Dokumentationszentrum München

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