Groß-​De­mons­tra­ti­on gegen Si­cher­heits­kon­fe­renz 2014

Wann
Samstag - 01.02.2014
13:00 Uhr

Wo
Marienplatz
Marienplatz
München

Details

Auf­ruf des Münch­ner Tak­sim-​Bünd­nis zu den Pro­tes­ten gegen die Si­cher­heits­kon­fe­renz 2014

Tunis+++Kairo+++New York+++Athen+++Mad­rid+++Lis­s­abon+++Qa­mis­li+++Thes­sa­lo­ni­ki++Gezi+++Frank­furt+++Tak­sim+++Lice+++Rio+++ Sao Paulo+++Me­xi­co City+++Mün­chen+++

50. Jahre Münch­ner Kriegs­kon­fe­renz, sind 50 Jahre zu viel:

über­all ist wi­der­stand – nato zer­schla­gen – den auf­stand be­gin­nen

Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ in der deut­sche Po­li­ti­ke­rIn­nen und Kon­zern­chefs von Frie­den und De­mo­kra­tie spre­chen wie auf der Münch­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz, und zu­gleich Tag für Tag töd­li­che Waf­fen ex­por­tie­ren, die über­all auf der Welt Men­schen töten (siehe auch In­fo­kas­ten „Siko“)+++
Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ in der welt­weit immer mehr Men­schen immer län­ger und här­ter ar­bei­ten müs­sen und trotz­dem nicht wür­de­voll leben, ler­nen, woh­nen und essen, ge­schwei­ge denn in Würde alt wer­den kön­nen. In der immer mehr Men­schen gar keine Jobs fin­den, außer un­si­che­re, pre­kä­re und un­ter­be­zahl­te – wäh­rend we­ni­ge davon pro­fi­tie­ren und immer rei­cher wer­den. +++
Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ wo un­se­re Kör­per, un­se­re Ge­sund­heit, un­se­re Luft, un­se­re Nah­rung, unser Was­ser, un­se­re Woh­nun­gen und unser gan­zes Leben zu Waren er­klärt wer­den, die sich an­geb­lich „ge­winn­brin­gend und ge­winn­ma­xi­mie­rend“ ver­wer­ten las­sen. Der neo­li­be­ra­le Ka­pi­ta­lis­mus ist kein Na­tur­ge­setz: Er ist ein töd­li­cher Feh­ler zum Vor­teil von immer we­ni­ger Men­schen. Ein Sys­tem, das ab­ge­schafft wer­den kann und ab­ge­schafft wer­den muss+++
Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ in der die Städ­te zu leb­lo­sen Lu­xus­zo­nen pri­va­ti­siert und gen­tri­fi­ziert sowie die öf­fent­li­chen Plät­ze in Kon­sum­mei­len ver­wan­delt wer­den, wäh­rend Mie­ten für die Mehr­zahl der Men­schen un­be­zahl­bar sind. Und die In­nen­städ­te zu­neh­mend von neo­li­be­ra­len, zy­ni­schen und igno­ran­ten Cha­rak­ter­mas­ken be­völ­kert wer­den – ge­schützt von einer auf­ge­rüs­te­ten Po­li­zei und pri­va­ten Si­cher­heits­diens­ten, die die Armen, die Über­flüs­si­gen und die Un­be­que­men kon­trol­lie­ren sol­len. In der nur noch die Men­schen als nor­mal be­trach­tet wer­den, die von Euros, Ar­ma­ni, BMW, Daim­ler oder Por­sche träu­men+++
Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ in der Män­ner und Sol­da­ten Kin­der und Frau­en täg­lich mas­sen­haft miss­brau­chen, ver­ge­wal­ti­gen, aus­beu­ten und un­ter­drü­cken. In einer Welt, in der Schwu­le, Les­ben, Trans­gen­der und alle, die sich nicht in die herr­schen­de Norm ein­ord­nen las­sen (wol­len), dis­kri­mi­niert, ge­de­mü­tigt und er­mor­det wer­den+++
Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ in der Men­schen, die vor Krieg, Fol­ter, Un­ter­drü­ckung, Hun­ger, Elend, Per­spek­tiv­lo­sig­keit und Not flie­hen müs­sen, zu Zehn­tau­sen­den an den Au­ßen­gren­zen der EU ster­ben müs­sen, weil die Herr­schen­den be­schlos­sen haben, sie mit der Or­ga­ni­sa­ti­on Fron­tex, mit Po­li­zei, Mi­li­tär und immer hö­he­ren Zäu­nen bei ihrer Flucht in immer grö­ße­re Le­bens­ge­fahr zu zwin­gen. Wenn es keine ras­sis­ti­schen In­nen­mi­nis­te­rIn­nen und Ge­set­ze gäbe, hät­ten auch skru­pel­lo­se Schlep­pe­rIn­nen keine Chan­ce – diese sind nur die an­de­re Seite der men­schen­ver­ach­ten­den Po­li­tik der deut­schen Bun­des­re­gie­rung und des EU-​Grenz­re­gimes. +++
Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ in der Men­schen flie­hen müs­sen vor den Waf­fen, die die im­pe­ria­lis­ti­schen In­dus­tri­e­na­tio­nen und ihre Ver­bün­de­ten in ihre Län­der ver­kau­fen. In der Men­schen flie­hen müs­sen, weil ihre Böden und ihre Ge­wäs­ser von Kon­zer­nen und an­de­ren Staa­ten ge­raubt und aus­ge­beu­tet wer­den und ihnen die Le­bens­grund­la­ge ent­zo­gen wird. +++
Wir wol­len nicht län­ger in einer Welt leben
+++ in der Krieg zur Nor­ma­li­tät wird und Sol­da­tIn­nen in Schu­len gehen, um Ju­gend­li­che für Kriegs­ein­sät­ze zu re­kru­tie­ren. In der wir für die mi­li­tä­ri­sche Un­ter­drü­ckung an­de­rer Län­der be­zah­len, an­statt für Bil­dung und Ge­sund­heit. In der jede und jeder dem Staat ver­däch­tig ist und über­wacht wird und in der junge Men­schen sich nicht mehr frei ent­fal­ten kön­nen, son­dern nur noch als bil­li­ge Ar­beits­kräf­te und Ka­no­nen­fut­ter be­nutzt wer­den sol­len. +++

Wir und mit uns Mil­lio­nen von Men­schen welt­weit sagen:
 Ya basta! Edi bese! Artik yeter! Es reicht!

Ob in Ch­ia­pas, im Ge­zi-​Park, auf dem Tak­sim, in Sao Paulo, Me­xi­co City oder in den Au­to­no­mie­ge­bie­ten in Ro­ja­va (West­kur­dis­tan): Immer mehr Men­schen haben genug von den täg­li­chen De­mü­ti­gun­gen in der Ar­beit, von ras­sis­ti­schen und se­xis­ti­schen Ver­hält­nis­sen, von den Lügen der Herr­schen­den, von der rea­len und psy­chi­schen Ver­elen­dung in einem ent­frem­de­ten und pro­fit­kal­ku­lier­ten All­tag, von ver­gif­te­ter Nah­rung und ver­seuch­tem Was­ser, von der Zer­stö­rung und Aus­beu­tung aller na­tür­li­chen Res­sour­cen, von Krie­gen und einer Po­li­tik, die zur Auf­recht­er­hal­tung der Pri­vi­le­gi­en We­ni­ger die ganze Welt aufs Spiel setzt.
Längst haben sich die Re­bel­lie­ren­den welt­weit öf­fent­li­che Plät­ze zu­rück er­obert: Ob Tahr­ir, Tak­sim oder Ro­ja­va – es geht um die Suche nach an­de­ren In­hal­ten und For­men des ge­sell­schaft­li­chen Le­bens auf allen Ebe­nen: Wie wol­len wir leben und woh­nen? Wie und was wol­len wir ar­bei­ten und pro­du­zie­ren? Wel­che En­er­gie hal­ten wir für sinn­voll? Wie wol­len wir uns stän­dig wei­ter bil­den und auf wel­che Art kom­mu­ni­zie­ren und Ent­schei­dun­gen tref­fen?

Die Men­schen haben Kom­mu­nen auf öf­fent­li­chen Plät­zen ge­grün­det. Auch wenn den ein­zel­nen Kom­mu­nen, die­sen krea­ti­ven La­bo­ra­to­ri­en einer neuen Ge­sell­schaft, erst­mal viel­leicht nur we­ni­ge Wo­chen Zeit ge­blie­ben sind bis zur mi­li­tä­ri­schen Räu­mung der Plät­ze und Camps: Bis dahin leben sie, sin­gen sie, kämp­fen sie. Die Idee und der Geist die­ser Kom­mu­nen sind aber damit längst nicht mehr an einen kon­kre­ten Ort ge­bun­den. Die Er­fah­rung von die­sen Tagen wird die­ser Ge­ne­ra­ti­on nie­mand mehr neh­men kön­nen. Welt­weit. Der Geist der Kom­mu­nen kann ab jetzt frei herum wan­dern und neue Räume er­öff­nen.

Die Er­fah­rung der Kom­mu­nen ist eine prak­tisch er­leb­te Er­fah­rung der So­li­da­ri­tät und des Re­spekts. Der Rück­erobe­rung des Mensch­s­eins. Eine Er­fah­rung, dass eine ganz an­de­re Ge­sell­schaft und damit eine ganz an­de­re Welt mög­lich ist. Eine Ge­sell­schaft, die sich ba­sis­de­mo­kra­tisch in Räten selbst or­ga­ni­siert – in einer Welt, die keine Staa­ten, Grenz­zäu­ne, keine Ar­me­en und keine Prä­si­den­ten, Des­po­ten, kor­rup­te Par­la­men­te oder
Kö­ni­ge mehr braucht.

Und genau davor haben die Herr­schen­den die­ser Welt Angst, dass die Men­schen ihren Lügen nicht mehr glau­ben, dass das herr­schen­de Sys­tem al­ter­na­tiv­los und na­tur­ge­ge­ben sei, wie die neo­li­be­ra­len Ideo­lo­gen uns seit Ge­ne­ra­tio­nen weiß zu ma­chen ver­su­chen. Und noch etwas hat diese Ge­ne­ra­ti­on der Kom­mu­nen welt­weit sicht­bar ge­macht: Die Herr­schen­den kön­nen noch so viel Po­li­zis­tIn­nen oder Sol­da­tIn­nen mit Was­ser­wer­fern, Gas, Knüp­peln und Räum­pan­zern schi­cken – wenn erst ein­mal Hun­dert­tau­sen­de oder Mil­lio­nen auf die Stra­ße gehen, dann müs­sen auch sie sich zu­rück zie­hen, lau­fen und flie­hen. So ist es auf dem Tahr­ir und dem Tak­sim ge­sche­hen. Und wird es in Zu­kunft immer wie­der auf den rück­erober­ten Plät­zen die­ser Welt ge­sche­hen – in den Schu­len des Wi­der­stan­des für die zu­künf­ti­gen Kom­mu­nen. Wenn nicht mehr nur öf­fent­li­che Plät­ze be­setzt wer­den, son­dern Fa­bri­ken, Plan­ta­gen, Minen, Bü­ro­ge­bäu­de, Uni­ver­si­tä­ten . . . Wenn es nicht mehr nur um Ver­tei­lungs­kämp­fe geht, darum, dass wir ein paar Krü­mel mehr vom Ku­chen der Aus­beu­ter ab­be­kom­men, son­dern ums Ganze – um eine Welt ohne Aus­beu­tung, ohne Ka­pi­ta­lis­mus.

Auf die­sen Plät­zen wurde viel dis­ku­tiert und oft haben Men­schen das erste Mal vor vie­len an­de­ren ge­spro­chen und mutig ihre In­ter­es­sen ver­tre­ten oder Vor­schlä­ge ge­macht: Umso be­ein­dru­cken­der sind ihre Fra­gen, die ge­nau­so auf dem Tahr­ir, Placa del Sol, Wall­s­treet oder Syn­tag­ma ge­stellt wur­den. Es sind wohl die Grund­fra­gen der neuen glo­ba­len Re­vol­te: Wie or­ga­ni­siert sich die ak­ti­ve Menge de­mo­kra­tisch als Ge­gen­mo­dell zum au­to­ri­tä­ren Staat? Wie be­zie­hen wir uns auf die an­de­ren Teile der Be­völ­ke­rung, die we­ni­ger oder gar nicht aktiv sind? Und wie weh­ren wir uns gegen die Re­pres­si­on des Staa­tes?
Einen Schritt wei­ter ist das kur­di­sche Au­to­no­mie­pro­jekt in Ro­ja­va: In West­kur­dis­tan wird ak­tu­ell eine de­mo­kra­ti­sche Au­to­no­mie gegen alle na­tio­nal­staat­li­chen und im­pe­ria­lis­ti­schen Grenz­zie­hun­gen und alten Kräf­te der (neo-)ko­lo­nia­len Epo­che auf­ge­baut – gegen das As­sad-​Fol­ter­re­gime, die Na­to-​Staa­ten oder die au­to­ri­tä­ren Re­gime in Russ­land und Iran oder Katar und Sau­di-​Ara­bi­en. Mit gro­ßer En­er­gie wer­den in Ro­ja­va neue ge­sell­schaft­li­che Struk­tu­ren auf­ge­baut dar­un­ter Schu­len, in denen kur­disch und ara­bisch ge­spro­chen und ge­lernt wird. Be­son­ders auch Frau­en-​Selbst­ver­tei­di­gungs­ein­hei­ten kämp­fen gegen is­la­mis­ti­sche Al-​Quai­da-​Ter­ror­kom­man­dos und die Söld­ner der Al-​Nusra-​Front, die vom Na­to-​Staat Tür­kei gegen die kur­di­sche Be­we­gung un­ter­stützt wird. Unter den stän­di­gen An­grif­fen ist es nicht ein­fach zu träu­men. Aber letzt­lich geht es um nicht we­ni­ger als die Idee einer As­so­zia­ti­on der Kom­mu­nen, die in eine Zu­kunft wei­sen könn­ten durch die reale Über­win­dung des re­ak­tio­nä­ren Kon­zepts na­tio­nal­staat­li­cher Zwangs­re­gu­la­ti­on von Staa­ten, Po­li­zei, Armee, Ver­wal­tung und Grenz­re­gi­men.
„Sie wol­len Ka­pi­ta­lis­mus ohne De­mo­kra­tie, wir wol­len De­mo­kra­tie ohne Ka­pi­ta­lis­mus“, haben die Men­schen der ein­ge­kes­sel­ten Block­u­py-​De­mo am 1. Juni 2013 in Frank­furt der Po­li­zei ent­ge­gen ge­schrien – lasst uns über­all auf der Welt de­mo­kra­ti­sche, so­li­da­ri­sche, freie und selbst­be­stimm­te Struk­tu­ren auf­bau­en. Für den Auf­stand welt­weit:
Denn nur in einer ge­rech­ten Ge­sell­schaft kann es Frie­den geben!

Mit dem Wi­der­stand­geist von Gezi und Tak­sim rufen wir des­halb auf zum Pro­test gegen die 50. Münch­ner Kriegs­kon­fe­renz: 
Kommt zum in­ter­na­tio­na­lis­ti­schen Block 
gegen Ka­pi­ta­lis­mus, Se­xis­mus, Ras­sis­mus und Krieg 
des Münch­ner Bünd­nis­ses „Tak­sim ist über­all ist – über­all ist Wi­der­stand“
am Sams­tag, 1. Fe­bru­ar 2014, um 13 Uhr in Mün­chen. Auf­takt: Mar­ti­en­platz

Das Münch­ner Tak­sim-​Bünd­nis be­steht aus fol­gen­den Grup­pen: An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Linke Mün­chen (alm), an­ti­fa­schis­ti­scher stamm­tisch mün­chen (asm), Me­so­po­ta­mi­scher Kul­tur­ver­ein Mün­chen, Ver­band der Stu­die­ren­den aus Kur­dis­tan (YXK) Mün­chen, In­ter­ven­tio­nis­ti­sche Linke Mün­chen (il-​muc), Re­vo­lu­tio­när So­zia­lis­ti­scher Bund (RSB), ÖDA Mün­chen (Öz­gür­lük ve Da­ya­nis­ma Al­ma­nya/ Frei­heit und So­li­da­ri­tät Deutsch­land), EÖC Mün­chen (Emek ve Öz­gür­lük Ce­phe­si/Münih In­i­siya­ti­fi – Front der Ar­beit und Frei­heit/Eu­ro­päi­sche In­itia­ti­ve)

Den Auf­ruf un­ter­stüt­zen fol­gen­de Grup­pen: Bitte mel­den mög­lichst per E-Mai an [email protected]​riseup.​net
Ak­tua­li­sier­te Infos und Kon­takt: >hier<

Wir rufen au­ßer­dem auf zu den Block­u­py-​Pro­tes­ten2014: Infos zur eu­ro­päi­schen Ak­ti­ons­wo­che Mitte Mai und im Herbst gegen die Er­öff­nung der neuen Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank (EZB) in Frank­furt/Main unterhttps://block­u­py-​frank­furt.​org/​


„Und mehr wer­den kom­men
ihr wer­det sie sehen
Schon viele sind in den Städ­ten
und in den Wäl­dern und Ber­gen
la­gernd ihre Waf­fen und sorg­fäl­tig pla­nend
die Be­frei­ung
die nah ist“
Peter Weiß

In­fo­kas­ten „Siko“

Der Krieg be­ginnt hier – mit­ten in Mün­chen:
Deut­sche Waf­fen, deut­sches Geld, mor­den mit in aller Welt

Zum 50. Mal fin­det vom 31. Ja­nu­ar bis 2. Fe­bru­ar 2014 die in „Münch­ner Si­cher­heits­kon­fe­renz“ (Siko) um­be­nann­te frü­he­re Wehr­kun­de­ta­gung statt: Im Lu­xus­ho­tel Baye­ri­scher Hof tref­fen sich neben Po­li­ti­kern und Ge­ne­rä­len der Na­to-​Staa­ten auch Rüs­tungs-​ und Bank­ma­na­ger deut­scher Groß­kon­zer­ne. Denn die welt­wei­ten Krie­ge und Mi­li­tärin­ter­ven­tio­nen, die hier in Mün­chen di­plo­ma­tisch ab­ge­stimmt und pro­pa­giert wer­den, brin­gen der deut­schen Rüs­tungs­lob­by satte Pro­fi­te.
Ob für den zwei­ten Golf­krieg 1991, den völ­ker­rechts­wid­ri­gen An­griffs­krieg gegen Ju­go­sla­wi­en 1999, den „Krieg gegen den Ter­ror“ in Af­gha­nis­tan und an­de­ren Län­dern seit 2001 oder den Krieg im Irak seit 2003. Vor allem auch Münch­ner Kon­zer­ne ver­die­nen mit ihren Waf­fen, Bom­ben und Pan­zern welt­weit am Tod von Mil­lio­nen Men­schen. Deutsch­land ist mitt­ler­wei­le zum dritt­größ­ten Rüs­tungs­ex­por­teur der Welt auf­ge­stie­gen – und Mün­chen ist einer der wich­tigs­ten und größ­ten Stand­or­te der deut­schen Rüs­tungs­in­dus­trie. Ins­ge­samt haben die USA, Russ­land, Deutsch­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en einen An­teil von 80 Pro­zent an den welt­wei­ten Rüs­tungs­trans­fers. Einer der größ­ten Ab­neh­mer deut­scher Rüs­tungs­gü­ter ist die Tür­kei, die damit unter an­de­rem seit Jahr­zehn­ten Krieg gegen die kur­di­sche Be­völ­ke­rung führt.
Häu­fig lie­fern deut­sche Fir­men auch in Kri­sen­ge­bie­ten an alle be­tei­lig­ten Kon­flikt­par­tei­en – das war zum Bei­spiel im Krieg zwi­schen dem Iran und dem Irak der Fall, der da­durch viele Jahre dau­er­te und Mil­lio­nen Men­schen­le­ben ge­kos­tet hat. Ob in der Tür­kei, Pa­kis­tan, Sau­di-​Ara­bi­en, Is­ra­el und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te – mit deut­schen Waf­fen wird welt­weit ge­schos­sen und ge­mor­det. Auf der Gäs­te­lis­te der Kriegs­kon­fe­renz ste­hen unter an­de­rem Eu­ro­pas größ­ter Kriegs­waf­fen­pro­du­zent EADS, die Münch­ner Sie­mens AG, der Münch­ner Pan­zer­bau­er Kraus-​Maf­f­ei-​Weg­mann, Diehl & Co, Rohde & Schwarz, Rhein­me­tall bis hin zum welt­weit größ­ten Luft- und Raum­fahrt­kon­zern Boing.

Die Glo­ba­li­sie­rung des Ka­pi­ta­lis­mus und die Glo­ba­li­sie­rung der Kriegs­po­li­tik der füh­ren­den Na­to-​Staa­ten sind nur zwei Sei­ten einer Me­dail­le. Des­halb sagen wir: Der Krieg be­ginnt hier mit­ten in Mün­chen – lasst uns den Krieg auch hier stop­pen.

 

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