Wann
Donnerstag - 26.03.2026
19:30 - 22:00
Pistorius klärt die Jugend auf:
Der Preis der Freiheit – euer Kriegsdienst am Vaterland
Die Bundesregierung macht das Land kriegstüchtig. Dafür gibt sie Milliarden für die Aufrüstung aus und will euch für den Dienst an der Waffe. Auf den wollt ihr euch nicht verpflichten lassen und geht auf die Straße.
Großartig – findet das ausgerechnet der Verteidigungsminister. Er hat mitbekommen, dass ihr euch statt Militärdienst und Kriegseinsatz eine andere Zukunft vorstellt. Deshalb wirbt er für die Wehrpflicht – mit drei verkehrten Gedankenschritten:
1. Wenn Ihr protestiert und demonstriert, dann nehmt ihr die Freiheit dazu wahr.
2. Diese Freiheit gibt’s nur, weil der deutsche Staat sie gewährt und schützt.
3. Wenn der deutsche Staat also in einem kriegsträchtigen Gegensatz v.a. zur russischen Staatsmacht steht, dann verdient er, dass ihr seinen Schutz als euer Anliegen hochhaltet, gegenüber dem alles als unwichtig verblasst, was euch ansonsten wichtig ist.
Ziemlich frech, der nette Herr Pistorius: Ihr sollt zu eurer Kritik die unvernünftige Stellung einnehmen, die Erlaubnis, sie zu äußern, als hohen Wert wichtiger zu nehmen als den Inhalt, um den es euch geht. Im Ernst – ihr sollt dem Wehrdienst zustimmen, weil ihr dagegen demonstrieren dürft.
Und dabei ist allen klar: Pistorius und Kollegen überlassen überhaupt nichts eurer zustimmenden Einsicht in ihre Belehrungen – sie reden ja gerade über die Wiedereinführung der Wehrpflicht; die entsprechenden Optionen dafür diskutieren sie untereinander, während sie netterweise eure Kritik erlauben und an sich abtropfen lassen. Und damit machen sie total klar, was die wirkliche Reihenfolge von Kriegsbedarf des Staates und den schönen Werten ist, mit denen Pistorius &b Co. werben: Was der Staat über euch beschließt, steht als Erstes fest – und als Zweites werden euch dann noch ein paar nicht weiter wichtige Interpretationen dafür erzählt, wozu euch sowieso keine Alternative gelassen wird.
Schon darum ist es keine gute Idee, diese hohen Werte – „Freiheit“, „Frieden“ usw. – gegen den Staat hochzuhalten. Der sagt euch doch gerade an, wofür sie stehen, weil er es so beschließt: An „unserer Freiheit“ ist derzeit das Wichtigste, dass der Moskauer Bösewicht sie „uns“ wegnehmen will; und vom „Frieden in Europa“ sollt ihr vor allem im Kopf behalten, dass es den nur als Leistung überlegener deutscher Militärgewalt gegen den „Kriegstreiber“ im Osten gibt.
Nehmt also lieber ernst, dass Pistorius usw. mit diesen Werten aktuell exakt diesen Anspruch an euch als unwidersprechlich präsentieren, den ihr ablehnt. Wir behaupten: „Frieden“ und „Freiheit“ sind die so verlogenen wie total passenden Formeln für den Bedarf des Staates nach Durchsetzung seiner Macht. Also für alle Zwecke, die er machtvoll und wenn es sein muss: eben mit Krieg, auch im Osten Europas, aber gar nicht nur dort, verfolgt
Ort: EineWeltHaus München, Schwanthalerstraße 80,
Werkstatt (rechts neben der Bibliothek)
U-Bahn Haltestelle Theresienwiese (U4/U5)
Veranstalter: Arbeitskreis Gegenargumente
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