Demo zum feministischen Kampftag

Wann
Sonntag - 08.03.2026
13:00 - 18:00

Wo
Rindermarkt
Rindermarkt
München

Details

Feminism Unstoppable!

Am 8. März für universelle Solidarität auf die Straße!

13 Uhr Rindermarkt

Seit 1911 gehen Frauen jährlich zum feministischen Kampftag auf die Straße, um für eine Welt ohne patriarchale Ungleichheiten zu kämpfen. Bereits damals sollten mit diesem Tag soziale Missstände – wie Armut, Wohnungslosigkeit oder Arbeits- und Reproduktionsverhältnisse in ihrer vergeschlechtlichten Gesamtheit angegriffen werden. Daran knüpfen wir an!

Denn machen wir uns nichts vor, die Verhältnisse sind nach wie vor alles andere als rosig: 

Gewalt gegen Frauen und Queers ist allgegenwärtig, Schutzangebote existieren wenn überhaupt rudimentär und schlecht finanziert. Carearbeit wird allzu oft auf migrantisierte Frauen mit schlechter Bezahlung ausgelagert. Altersarmut betrifft insbesondere Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen…

Den sexististischen Zuständen der aktuellen Gesellschaft setzen wir einen Feminismus entgegen, der den Zusammenhang von Patriarchat und Kapitalismus klar benennt und sich nicht mit Blumen, einem Stück vom Kuchen oder ein paar Chef*innensesseln abspeisen lässt!

Wir gehen auf die Straße für universelle feministische Solidarität, die sich gegen jegliche Ausbeutung und Ungleichheit richtet und das Gute Leben für Alle fordert – für eine Welt, in der alle ohne Angst verschieden sein können.

Feminism starts at home – und im Rathaus

Dieses Jahr stehen in Bayern Kommunalwahlen an, die auf den 8. März fallen. Aus feministischer Perspektive besorgt uns der zu erwartende Aufstieg extrem rechter Parteien. Sexismus, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit sind zentrale Grundpfeiler jeder rechten Politik.

Diese sind jedoch kein Alleinstellungsmerkmal rechtsextremer Parteien wie der AfD. 

Im rechten Kulturkampf verbinden sich die Positionen von Parteien der selbsternannten bürgerlichen Mitte mit den Positionen der extremen Rechten. 

Exemplarisch hierfür stehen etwa das von der CSU-Regierung verabschiedete „Genderverbot“ an staatlichen Einrichtungen, personelle Verbindungen von CDU und CSU zur Anti-Choice-Bewegung und extrem rechten Burschenschaften, oder auch die altbekannten sexistischen Kommentare von Seiten der CSU.

Das Erstarken autoritärer Kräfte und der Rechtsruck innerhalb der Gesellschaft sind eben kein Alleinverdienst rechter Parteien. Sozialabbau, Verrohung, Aufrüstung und Verschärfungen der – ohnehin schon rassistischen – Migrationspolitik passieren bereits ohne eine Regierungsbeteiligung der AfD.

Kürzungen für soziale Einrichtungen, Nullrunde und Verschärfungen beim „Bürgergeld“, Hetze gegen „Arme“ und Leistungsbezieher*innen, gegen kranke Menschen und Geflüchtete, werden von der Regierung selbst vorangetrieben. So forderte Bundeskanzler Friedrich Merz höchstpersönlich weniger Krankheitstage von Beschäftigten ein und die CDU brachte in populistischem Duktus den Vorschlag, „Lifestyle-Teilzeit“ abzuschaffen. Denn Teilzeit ist anscheinend nur dann kein bloßer „Lifestyle“, wenn nebenher unbezahlte Carearbeit geleistet wird.

Solche Aussagen prägen einen Diskurs, der Menschen anhand von ökonomischen „Kosten und Nutzen“ beurteilt. Diese Konstruktion der sogenannten »Faulen« und »Anderen«, die angeblich auf Kosten des Restes der Gesellschaft leben, ist nicht nur zutiefst menschenfeindlich, sie schließt auch an faschistische Ideologien der Ungleichheit und Ungleichwertigkeit an.

Bayern, du mieses Stück Patriarchat!

Auch in Bayern wird bereits vor den Kommunalwahlen über Kürzungen im sozialen Bereich spekuliert. Klar ist, auf wessen Rücken die Einsparungen ausgetragen werden: Die geplanten Kürzungen im sozialen Bereich treffen Frauen und Queers in besonderem Maße, da sie häufig in Berufen arbeiten, die von den finanziellen Einschnitten betroffen sind und zugleich in größerem Umfang auf soziale Leistungen und Angebote angewiesen sind. Viele Frauen sind Hauptverantwortliche für Kinderbetreuung und Pflege, was sie sowohl finanziell als auch emotional stärker belastet, wenn Unterstützung wegfällt. Zudem sind sie häufiger von Armut und Gewalt betroffen, so dass Kürzungen im sozialen Bereich ihre Situation erheblich verschärfen können. Fehlende Plätze in Frauenhäusern führen dazu, dass von Gewalt betroffene Frauen oft in unsicheren Verhältnissen bleiben und nicht die notwendige Unterstützung erhalten.

Durch diese Einsparungen verschärfen sich auch für queere Personen die Lebensbedingungen, weil etwa Beratungsangebote gestrichen und Räume der Sichtbarkeit und Vernetzung runtergespart oder geschlossen werden. 

All das trifft auf ein gesellschaftliches Klima, in dem queer- & transfeindliche Hetze und Gewalttaten weiter zunehmen, während gleichzeitig soziale wie juristische Errungenschaften, beispielsweise das Selbstbestimmungsgesetz, zur Disposition gestellt werden.

2 cents about Patriarchy & Capitalism – a perfect love story

Patriarchat und Kapitalismus verstärken sich gegenseitig in ihrer Logik der Hierarchisierung und Ausbeutung. Die patriarchale Abwertung und das Unsichtbarmachen von Care-Arbeit wird im Kapitalismus ökonomisch instrumentalisiert: Soziale Dienste, Pflege und Fürsorge werden systematisch unterfinanziert und prekarisiert, weil sie als unproduktiv gelten und keinen unmittelbaren Profit abwerfen.

Die Kürzungen im Sozialen treffen damit gezielt genau solche Bereiche, die auf Empathie, Solidarität und gegenseitiger Abhängigkeit basieren.

Dieser ganzen Scheiße wollen wir eine politische Praxis der Verbundenheit und kollektiven Fürsorge entgegensetzen! 

(re)claim the streets!

Darum gehen wir am 8. März für universelle feministische Solidarität auf die Straße.

Universelle feministische Solidarität heißt für uns, die Lebensrealitäten von Frauen und Queers weltweit sichtbar zu machen. 

Universelle feministische Solidarität heißt für uns, an die Kämpfe der Vergangenheit und der Gegenwart anzuknüpfen. Nicht immer funktionieren Kämpfe reibungsfrei.

Universelle feministische Solidaritäheißt für uns, Diskriminierung und Ungleichheit bennenen zu können, ohne in Freund-Feind-Logiken zu verfallen und diese gegeneinander auszuspielen. 

Universelle feministische Solidarität heißt für uns, zu versuchen, der Komplexität von Macht- und Unterdrückungsmechanismen gerecht zu werden. 

Universelle feministische Solidarität heißt für uns auch Staatskritik. Schon immer mussten Frauen und Queers ihre Rechte gegen den Staat erkämpfen. Wir appellieren nicht an den Staat, sondern sehen ihn als Teil des Problems. 

Lasst uns am 8. März unsere Wut gegen die patriarchalen Zustände gemeinsam auf die Straße tragen. Für ein Ende der Gewalt, für ein Ende der patriarchalen und kapitalistischen Zwänge. Für ein Gutes Leben für alle Frauen und Queers weltweit.  

We are unstoppable – another world is possible! Wir sehen uns am Rindermarkt!

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