NETFLIX & CHILL: Rezeption von Jüdinnen & Juden und Muslim*innen in Film und Fernsehen

Wann
Donnerstag - 04.02.2021 - 31.03.2021
Ganztägig

Details

Mit Carmen Colinas und Lea Wohl von Haselberg

VON STRIPPENZIEHERN & TERRORISTEN
Ressentiments gegen Jüdinnen und Juden
und Muslim*innen in der postnationalsozialistischen Gesellschaft
In Manifesten rechtsextremer Attentäter wie jenen von Utøya,
Halle und zuletzt Hanau vermengen sich oftmals verschwörungsideologische und rassistische Motive. So schrieb der
Täter von Halle, er habe zuerst ein linkes Zentrum oder aber
eine Moschee angreifen wollen, sich dann aber für eine Synagoge entschieden, da hier die »Wurzel« des Problems liege.
Auch der Mann, der Anfang des Jahres in Hanau zehn Menschen erschoss, hatte zuvor in einer Art »Manifest« die Vorstellung von geheimen Mächten, die im Hintergrund operieren, mit dem »Hochverrat an Deutschen« durch Migration
zusammengebracht.
Im antisemitischen Weltbild sind Jüdinnen und Juden mächtige Strippenzieher im Hintergrund, die etwa die fantasierte
»Überfremdung« Deutschlands durch Muslim*innen steuern.
Antisemitische Verschwörungstheorien und antimuslimischer Rassismus gehen hier Hand in Hand. Die Unterlegenheitsunterstellung im Rassismus geht einher mit einer Überlegenheitsunterstellung im Antisemitismus: Ersteres dient
dazu, sich selbst über die Abwertung des Anderen aufzuwerten, und letzteres, mit der Kränkung umzugehen, doch
nicht so großartig zu sein, sondern gesellschaftlichen Zwängen gegenüber ziemlich machtlos.
In der Diskussion um Antisemitismus unter Muslim*innen,
die stigmatisierende Wirkung eines generalisierenden Antisemitismusverdachts bei Muslim*innen oder mögliche Allianzen zwischen Jüdinnen und Juden und Muslim*innen
kommt die Analyse des Zusammenwirkens von Antisemitismus und antimuslimischem Rassismus oft zu kurz. Die Tagung beleuchtet diesen Zusammenhang transdisziplinär und
diskutiert Konsequenzen für die politische Bildungsarbeit.

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