Migration als urbane Normalität – Vom hegemonialen Diskurs zur Alltagspraxis

Wann
Donnerstag - 30.04.2015
19:30 Uhr

Wo
EineWeltHaus
Schwanthalerstr. 80
80336 München

Details

Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe (POST) Migration – Neue Sichtweisen auf die Einwanderungsgesellschaft

Stadtentwicklung und Urbanität sind ohne Migration nicht denkbar. Kognitive, räumliche und soziale Mobilität ist eine urbane Grunderfahrung und prägt Großstädte seit der Industrialisierung. Aus diesem Blick erscheint das städtische Leben als ein migrationssoziologisches Experiment.
Die großen Sprünge in der Entwicklung von Städten sind schon immer einhergegangen mit dem Zuzug von Menschen, die neue Ideen, Sichtweisen und Impulse mitbrachten. Diese und andere Beispiele legen nahe, dass im urbanen Kontext Sesshaftigkeit über mehrere Generationen ein Mythos ist. Mobilitätserfahrungen und die damit verbundene Diversität/ Heterogenität sind ein konstitutiver Bestandteil urbaner Kultur. Jede dritte Lebensgeschichte in Großstädten ist mittlerweile eine von Migration geprägte. Infolge geografischer Mobilität dehnen sich Familien und Bekanntenkreise über Ländergrenzen aus, Biografien weisen weltweite Bezüge auf.
Migrationsprozesse werden auch in Zukunft das Leben in den Städten prägen. Es ist höchste Zeit, sie pragmatisch als urbane Normalität zu betrachten. Statt einen Zerfall der Metropolen herbeizureden, scheint eine unverkrampfte, entdramatisierende Sicht auf großstädtische Vielfalt angebracht.

Vortrag von Prof. Dr. Erol Yildiz mit anschliessender Diskussion

Erol Yildiz (Univ.-Prof. Dr.) geboren 1960 in Samsun, Türkei, ist Soziologe und hat den Lehrstuhl für Migration und Bildung an der Universität Innsbruck inne. Seine Forschungsschwerpunkte sind Interkulturelle Bildung, Migration und Diversität, Stadt und Urbanität sowie Qualitative Forschungsmethoden. Veröffentlichungen unter anderem: »Multikulturalität in der Diskussion« (2006), »Die weltoffene Stadt: Wie Migration Globalisierung zum urbanen Alltag macht« (2013) und als Herausgeber »Nach der Migration. Postmigrantische Perspektiven jenseits der Parallelgesellschaft« (2014).

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