Pakistan – sozialer Widerstand zwischen Militär, US-Drohnen und Fundamentalisten

Wann
Dienstag - 29.05.2018
19:00 - 21:30

Wo
EineWeltHaus
Schwanthalerstr. 80
80336 München
Raum: 211/212

Rollstuhlgerecht? Ja

Details

Pakistan – das mit 210 Millionen Einwohner*innen fünft-bevölkerungsreichste Land der Erde und zweitgrößte unter den Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit – hat seit seiner Unabhängigkeit 1947 vier Militärdiktaturen und nur relativ kurze Perioden demokratisch gewählter Regierungen erlebt. Die Afghanistan-Kriege haben mit Millionen von Flüchtlingen, dem Entstehen der Taliban-Bewegung und den bis heute andauernden Drohnen-Angriffen durch das US-Militär weiter zu Destabilisierung und Polarisierung im Lande beigetragen.

Nachdem die letzte Militärdiktatur 2008 unter anderem durch die von immer breiteren Bevölkerungsschichten unterstützte Anwaltsbewegung beendet wurde, treibt inzwischen die zivile Regierung in eine zunehmend massive Krise und versucht das Militär wieder an Einfluss zu gewinnen. Die kürzliche Absetzung des gewählten Ministerpräsidenten durch den Obersten Gerichtshof ist ein Meilenstein auf dem Weg.

Das Verschwindenlassen von Aktivist*innen der Hazara-Minderheit in Balutschistan, fingierte Prozesse unter dem Deckmantel des „Krieges gegen den Terror“ mit drakonischen Strafen – etwa gegen den Umwelt- und Bürgerrechtsaktivisten Baba Jan aus Gilgit Baltistan oder die Führung der Bauernbewegung auf den Militärfarmen von Okara – und der Missbrauch der Blasphemie-Gesetzgebung gehören zum Repressionsalltag in Pakistan.

Doch wo Druck ist wächst Widerstand. Gewerkschaftliche Aktionen gegen Privatisierung und lebensgefährliche Arbeitsbedingungen (wie bei den weltweit bekanntgewordenen Bränden in den Textil- und Schuhfabriken 2012), Bäuerinnenbewegungen gegen Landraub durch die Armee, Selbstorganisation von Frauen gegen ihre horrende Benachteiligung in allen Lebensbereichen, Solidaritätsaktionen mit ethnischen und religiösen Minderheiten gegen deren brutale Diskriminierung oder Friedenszüge zwischen Pakistan und Indien gegen die Kriegstreiberei gehören zu dem breiten Spektrum sozialer Bewegungen gegen Repression und Ausbeutung.

Der Referent, Farooq Tariq, ist Sprecher der Awami Workers Party, Mitbegründer der Pakistan Workers Confederation und war als jahrzehntelanger Aktivist in in zahlreichen sozialen Bewegungen von verschiedenen Diktaturen exiliert und inhaftiert.

Eine Veranstaltung der Internationalen Sozialistischen Organisation ISO München in Kooperation mit dem Lesekreis junge Welt, der marxistischen linken Region München und dem Verein für solidarische Perspektiven e.V.

Link zur Veranstaltung: https://www.einewelthaus.de/

Eintritt: Eintriff frei. Spenden sind erwünscht

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